Merkblatt
KIT 13/3 2007
Naturnah verarbeitetes Robinienrundholz in
KIT-Spielgeräten
1. Alle KIT-Spielgeräte sind
holzgestalterische Unikate mit einem individuellen, natürlich-urwüchsigen
Erscheinungsbild. Die spezielle Anmutung unserer Designobjekte und -strukturen kommt vor
allem durch die Verwendung gewachsener, lediglich manuell entrindeter Robinienstämme
zustande.
Einerseits werden den Kindern dadurch die
besonderen holztypischen Materialeigenschaften nahe gebracht und sie für das
sympathische, natürliche Material sensibilisiert, andererseits müssen sich die Nutzer
aber auch mit den möglichen Problemen des Robinieneinsatzes als Rundholz arrangieren.
Diese sind besonders folgende:
Die Robinie
(robinia pseudoacacia, ROB nach DIN 4076) ist besonders widerstandsfähig gegen Fäulnis
(nach DIN
Robinienrundhölzer neigen mehr als andere
Hölzer zum Reißen, Schwinden, Verwerfen usw. Um den gewollten naturnahen Eindruck zu
erzielen, müssen aber die gewachsenen Stämme in ihrer naturgegebenen Form eingesetzt
werden, d.h. lediglich geschält und geschliffen, mit Splint und nicht gefräst oder
aufgesägt.
Durch die fehlende Kerntrennung ist daher mit
verstärktem Auftreten von Trockenrissen zu rechnen, die z.T. erhebliche Größenordnungen
annehmen und ggf. ein Nacharbeiten scharfer Risskanten oder entstehender Splitter
erfordern. In unseren speziellen Wartungshinweisen weisen wir auf diesen Umstand hin.
Robinienrundhölzer sind typischerweise mit
vielen Holzfehlern behaftet. Insbesondere das Splintholz kleinerer Astansätze neigt zu
Faulstellen, so dass im Baum Öffnungen und Löcher entstehen können. Im Rahmen unserer
Rundholzauswahl versuchen wir, diese
holzgestalterisch auszunutzen, zu verdübeln, zu verschleifen oder, wo es angebracht ist,
mit einer speziellen Holzspachtelmasse zu verschließen.
2. Als
Kompromisslösung setzen wir verstärkt kerngetrennte Robinie als Halb- oder
Viertelrundholz ein, die mit flächigem Lärchenschnittholz kombiniert werden kann.
Holz ist ein natürliches Material, welches
vielen äußeren Einflüssen unterliegt. Ab dem Zeitpunkt des Einschlages unterliegt das
Holz ständigen Schwankungen hinsichtlich seiner Materialkennwerte. Die Hauptproblematik
liegt hier in Feuchtigkeitsschwankungen, die das Holz hinsichtlich seiner
Volumenausdehnung beeinflussen.
Bei Feuchtigkeitsaufnahme quillt das Holz, bei Feuchtigkeitsabnahme schwindet es. Diese
Volumenänderungen laufen gleichzeitig und dreidimensional ab, aber mit unterschiedlicher
Intensität. Holz arbeitet in Richtung der Jahresringe am stärksten mit ca. 10% und mit
ca. 5% vom Kern nach außen. Die Längenänderung in Faserrichtung beträgt ca. 2%.
Wie entstehen Trockenrisse? Die Holzfeuchte ist ständig bestrebt, sich der
Umgebungsfeuchte anzunähern. Ist die Umgebungsfeuchte gering, sinkt die Holzfeuchte so
lange, bis sich ein Gleichgewicht einstellt.
Den dadurch entstehenden Raumverlust versucht das Holz durch Schwinden auszugleichen. Der
Holzschwund verläuft in der Länge wenig, in der Dicke doppelt und im tangentialen Umfang
vierfach. Aufgrund dieser unterschiedlichen Schwundmaße werden im Holz unterschiedliche
Spannungszonen erzeugt. Bei starker Feuchtigkeitsabnahme übersteigen diese Spannungen die
Materialfestigkeit, es kommt zur Rissbildung. Die
durch Temperaturschwankungen und Trocknungseinflüsse entstehenden Rissbildungen und Form-
bzw. Maßveränderungen sind nicht vorhersehbar, nicht zu verhindern und beeinflussen die
statischen Funktionseigenschaften kaum.
Zitat nach www.pieperholz.de (Weiterführende und untermauernde Aussagen siehe
auch www.kaiser-kuehne-play.de/download/info-trockenriss-in-rundholz.pdf
)
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Merkblatt 13/3 - 2007
Die fa. KIT weist bei allen Vertragsverhandlungen, bei
Auftragsvergabe sowie automatisch mit der Anforderung von Katalogen auf die o.a.
Materialeigenschaften hin. Die Akzeptanz der o.a. Aspekte ist Voraussetzung für das
Zustandekommen jeglicher Zusammenarbeit. (Siehe auch KIT-Merkblätter 13/1 - 2000 und 13/2
- 2000)
und dass
ggf. im
manuell relevanten Fangstellenbereich aufgrund der gewachsenen Hölzer Problemzonen
auftreten können. Diese werden als sicherheitlich tolerierbar eingeschätzt, da es sich
um sich radial verjüngende Zwischenräume handelt. (Keine Sicherheitsabstände im Sinne
der Prüfkörperprüfung)
Normative Grundlage für dieser Aussagen sind
enthalten in DIN EN 1176 Bbl 1:2003; ICS 97.200.40;
Witterungsbedingte Trockenrisse in Holzbauteilen (z.B. Rundhölzer mit Kern) sind keine gefährlichen Öffnungen im Sinne der
Norm, da das Hängenbleiben von Fingern durch die Form des Risses (sich verjüngend)
nahezu ausgeschlossen ist. Es kann
festgestellt werden, dass von Trockenrissen in verbauten Holzteilen, bei geschälten und
gefrästen Rundhölzern, keine Fingerfangstellen im Sinne der Norm entstehen...